Wie alles begann

Ab September 2009 befinde ich mich in der sogenannten Ruhensphase meiner Altersteilzeit. Jetzt habe ich viel freie Zeit, mehr als je zuvor. Allerdings habe ich keine Langeweile, denn ich bin nach wie vor noch ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagiert. Und dafür ist schon sehr viel „Freizeit“ von Nöten, wenn man das richtig machen will. Und ich hatte immer den Anspruch es sehr gut zu machen. Wenn ich etwas tat, dann richtig und mit der mir zur Verfügung stehender Kraft und meinem ganzen Können. Halbe Sachen wollte ich nicht abliefern, das machten bereits zu viele andere. Und genau diese Personen waren ja auch der Grund, warum ich mich engagieren wollte!

Trotzdem möchte ich darüber hinaus noch etwas anderes machen. Ich will mich körperlich mehr betätigen als bisher. Viel gehört aber gar nicht dazu, denn ich habe eigentlich immer sehr wenig Sport betrieben. Meine Zeit als aktiver Sportler liegt schon sehr viele Jahre zurück, das ist schon gar nicht mehr wahr! Trotzdem fühle ich mich einigermaßen fit, denn ein wenig an körperlicher Betätigung habe ich doch immer gehabt.

Was kann ich also machen, wozu habe ich die meiste Lust? Groß in Mode ist ja heutzutage Nordic Walking, aber dazu habe ich so gar keine rechte Lust. Jogging habe ich auch schon mal mit einem Bekannten betrieben, aber ehrlich, auch das ist nicht mein Ding. Anfangs hatte ich extreme Schmerzen in den Unterschenkeln, ich konnte kaum noch gehen, so stark waren diese Schmerzen.

Joggen scheidet also aus, es soll doch Spaß bereiten und keine Schmerzen erzeugen!

Ich erinnerte mich an einen Zeitungsartikel in der örtlichen Presse. Hierin wurde über zwei Bekannte (Gerd W. und Gerd O.) berichtet, die schon seit mehreren Jahren einmal jährlich eine gemeinsame, mehrtägige Fahrradtour unternahmen. Der Artikel berichtete von ihrer Tour „Obersdorf nach Kappeln“. So etwa 1500 km mussten sie radeln um wieder ans Ziel zu kommen. Ja, das fand ich schon sehr interessant. Fahrrad bin ich eigentlich immer gern gefahren und das wurde auch immer wieder praktiziert. Allerdings betrugen die gefahrenen Strecken überschaubare 40 km bis 50 km. Entfernungen von 100 km und mehr auf dem Fahrrad an einem Tag konnte ich mir gar nicht vorstellen. Aber wie die beiden berichteten sind solche Strecken in einem gemütlichen Tourentempo ohne große Probleme zu erreichen. Und was die beiden Gerds können, müsste ich doch eigentlich auch hin bekommen. So sehr viel fitter erschienen sie mir nämlich nicht. Obwohl, man weiß ja nie so genau! 😉

Ein wenig Erfahrung mit mehrtägigen Touren hatte ich bereits sammeln können. Mit drei Freunden war ich jeweils für ca. 5 Tage in Polen zum Rad fahren unterwegs. Das erste mal in Masuren, das zweite mal etwas nördlicher, rund ums Frische Haff.

Das liegt aber auch schon wieder viele Jahre zurück. Die erste Tour liegt bestimmt mehr als 10 Jahre zurück. Die zweite, so denke ich, etwa 8 Jahre. Und die einzelnen Tagesetappen betrugen auch nur so um und bei 50 km! Also kein Vergleich zu den beschriebenen Touren in der Zeitung.

Aber mein Interesse war geweckt. Für mich stand nun fest, dass ich zunächst einmal das Fahrrad fahren intensivieren werde. Und nach entsprechendem Training und Testen sollen dann auch längere, mehrtägige Fahrten folgen. Am Liebsten natürlich zu zweit. Da hat man Gesellschaft, und kann das Erlebte zumindest mit einem zweiten teilen. Nur die Auswahl ist nicht so riesig. Und derjenige muss ja mit mir meine Lust zum Radfahren teilen und genügend Zeit haben. Also eigentlich müsste er über viel Zeit verfügen, bestenfalls ebenfalls „Fastrentner“ oder Rentner sein. Mein bester Freund war für mich die erste Wahl. Mit Klaus könnte ich mir meine Touren sehr gut vorstellen. Aber kann er es auch? Hat er die gleiche Lust und Energie wie ich zu solchen Unternehmungen? Man wird sehen, erste Gespäche hat es ja bereits gegeben!

Ein nicht vorhandener Partner soll mich aber von meinem Vorhaben nicht abhalten. Zunächst wird allein geplant und gefahren. Und die ersten Überlegungen über mögliche größere Touren spöckern bereits durch meinem Kopf. Man konnte es förmlich sehen, so schien es mir. Und wenn ich mit Ardsche befreundet gewesen wäre, dann hätte er bestimmt zu mir gesagt:

 

“ Hansen, in dir arbeitet es doch schon wieder!“