Wir leben schon in einer sehr schönen Gegend! Ich denke das kann ich ohne Übertreibung sagen. Obwohl man als Einheimischer so etwas eigentlich nicht so recht wahr nimmt. Ist man allerdings mit dem Rad unterwegs und fährt mit offenen Augen durch die Landschaft, dann stellt man fest:“ Wir können uns wirklich glücklich schätzen! Wir leben hier, wo viele Menschen – zu Recht – Urlaub machen. Und in den Monaten Mai/Juni putzt sich unsere Gegend ganz besonders heraus. Leuchtend gelbe Rapsfelder, das frische Grün der Bäume, ein blauer Himmel und eine genauso blau leuchtende Schlei sind Balsam für die Seele, regen die Sinne an und erzeugen, zumindest bei mir, so etwas wie ein Glücksgefühl.

Heute ist so ein schöner Sonnentag. Ich habe mich entschlossen einmal um die Schlei zu radeln. Der ausgeschilderte Wikinger-Friesen-Weg führt auf beiden Seiten der Schlei entlang und trifft in Schleswig wieder zusammen. Das Einfachste wäre also, der Ausschilderung, die leider nicht immer lückenlos ist, 🙁 zu folgen. Ich mache das aber nicht. Ich fahre eine Strecke die möglichst nah an der Schlei entlang führt. Zunächst auf angeliter Seite bis Schleswig. Hierbei komme ich durch Lindaunis und am Hause des „Landarztes“ vorbei. Leider hat Dr. Bergmann heute keine Sprechstunde. Aber was sollte ich auch dort, mir gehts ja gut, ich bin gesund! 🙂 Weiter geht es bis Moldenit. Hier wechsel ich auf die alte Kreisbahstrecke, die bis in die Altstadt von Schleswig führt. Ein Besuch des Holms ist in Schleswig ein Muss, mit dem kleinen Friedhof direkt im Zentrum und der kleinen Kirche. Auch der Besuch des Doms lohnt sich. Herausragend ist der Bordesholmer Altar (1514-1521) von Brüggemann. Wer sich vorab schon mal etwas schlau machen möchte klickt hier: Schleswiger Dom

Sehr schön kann man das Ende der Schlei umradeln und gelangt dann nach Haddeby. Hier befindet sich rechter Hand das Wikinger Museum Haithabu mit den rekonstruierten Nachbauten im Wikingerdorf. Wer etwas mehr Zeit hat, kann einen Abstecher machen und sich alles ansehen. Aber eigentlich ist Haithabu  ein lohnendes Ziel für einen Tagesausflug.

Ich fahre auch weiter, denn ich war schon einige Male hier und habe mir das Museum und das Dorf angesehen. Ich fahre durch Fahrdorf, Stexwig, Borgwedel, Weseby nach Missunde. Hier befindet sich die schmalste Stelle der Schlei. Gerade einmal 135 m misst die Missunder Enge. Eine Fähre verkehrt hier täglich nach Bedarf und verbindet die Landschaftsteile Angeln mit Schwansen.  Fähre  Eine Pause in der Sonne und die Segelschiffe beobachten ist entspannend und gibt neue Kraft für die Weiterfahrt die mich durch die Dörfer Rieseby, Sieseby und Winnemark führt. Nach 101 km habe ich den Ausgangspunkt, Kappeln, wieder erreicht!

Meine „Feuerprobe“ für den Ostseeküsten Radweg habe ich bestanden. Das erste Mal bin ich in einem Stück über 100km geradelt, und es hat überhaupt nicht weh getan! 😀

Blick auf Schleswig

Blick auf Schleswig

Schlei bei Fahrdorf

Schlei bei Fahrdorf

Segler vor Lindaukamp

Segler vor Lindaukamp

 

Ein Blick übers Rapsfeld auf das Ornumer Noor und die Schlei

Ein Blick übers Rapsfeld auf das Ornumer Noor und die Schlei