Irgendwie ist es nicht so recht zu glauben, trotzdem aber wahr. Was lange vorher überlegt, geplant und vorbereitet wurde, wird jetzt in die Tat umgesetzt. Am 03. Juni 2010 starte ich meine erste mehrtägige Radtour! Die Strecke: der Ostseeküstenradweg (OKRW) von der dänischen Grenze bis an die polnische Grenze nach Ahlbeck! Ok, so ganz stimmt es zwar nicht, denn den ersten Teil von Flensburg nach Kappeln habe ich quasi als Trainingsstrecke bereits vorab abgefahren. Richtig ist also: mit Muskelkraft, auf dem Fahrrad, von Kappeln bis an die polnische Grenze. Das nötige Kartenmaterial liegt schon seit Weihnachten bei mir zu hause herum und wurde ausreichend studiert!

Start 03.06.10

Der „alte Herr“ geht auf Tour

Die einzelnen Etappen:

Die erste Etappe:  von Kappeln nach Hohenfelde
Um 09:45 Uhr starte ich bei Sonnenschein in Kappeln. Ich halte mich fast strikt an die vorgegebene Streckenführung. Das kann ich auch nur empfehlen. Man kann zwar auch hinter Damp/Fischlegerstrand weiter auf der Steilküste fahren. Aber da wird der Weg sehr schmal, teils fährt man an einer Feldkante entlang. Mit Kindern ist das nicht zu empfehlen. Und wer es selbst lieber bequemer mag, sollte sich an die Streckenführung halten.  In der Nähe von Lindhöft habe ich meine  Mittagspause gemacht. Danach ging es weiter über den Dänischen Woldt mit schönem Blick über die Ostsee und entlang der Kieler Förde bis zum Fördeanleger nach Kiel-Friedrichsort. Die Tour durch Kiel erspare ich mir. Die finde ich nicht so spannend. Zum anderen bin ich da auch schon sehr häufig mit dem Auto gefahren. Die Abfahrt erfolgt um 15:23 Uhr nach Möltenort. Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten. Besser wäre es aber gewesen, ich wäre bis Laboe gefahren. So musste ich mein Fahrrad über eine sehr steile und relativ hohe Treppe tragen. Was bei einer Beladung mit Packtaschen nicht ganz so einfach ist. In Wendtorf habe ich mich verfahren. Die Hinweisschilder sind aber auch sehr klein, eventuell fehlen auch welche. Ich bin jedenfalls weit weg vom OKRW gekommen. *mistwar* Erst am Schönberger Strand war ich wieder richtig! Hier wollte ich eigentlich übernachten. Aber die Tourist Info hatte schon zu, und auch sonst konnte oder wollte mir niemand helfen. Die Freundlichkeit einer Dame in einer privaten Ferienwohnungsvermittlung war sprichwörtlich. Hier fahre ich nicht mehr hin, hier werde ich nicht übernachten! Nur ein Ort weiter, in Hohenfelde fand ich dann ein Privatquartier, ein Doppelzimmer mit Frühstück und Etagendusche (nur für mich) für 20 €. Die Leute waren freundlich, das Frühstück gut und ausreichend, was will man mehr!

Streckenlänge: 110 km, Nettozeit: 5:30h, Bruttozeit: 7:00h, AVS: 19,8 km/h

Alles war bestens. Das Wetter war sehr schön, Sonnenschein, aber nicht zu warm.

Hohenfelde ist ein kleiner Ort an der Ostsee. Es gibt aber einige Möglichkeiten zu Abend zu essen. Der Strand ist sehr steinig und naturbelassen.

Strand Hohenfelde1

Der Steinstrand in Hohenfelde

Die zweite Etappe: von Hohenfelde nach Neustadt
Heute starte ich, nach einem guten Frühstück, bereits um 08:45 Uhr bei bedecktem Himmel.
Leider ist der OKRW nicht so gut ausgezeichnet. Die Schilder sind nur wenig größer als eine Postkarte und sind häufig in nur ca. ein Meter Höhe angebracht. Stehen in, bzw. vor Hecken und sind darum schnell zu übersehen. Hier ist dringend Handlungsbedarf! Hinter Hohenfelde fährt man durch ein sehr schönes Naturschutzgebiet. Vor Heiligenhafen habe ich mich schon wieder verfahren. 🙁 Hinter Ortsmühle fahre ich direkt nach Lütjenbrode und Sütel. Die Fehmarn Rundfahrt lasse ich aus, fahre darum direkt weiter Richtung Timmendorf. Meine Mittagspause mache ich diesmal in Süssau, unmittelbar am schönen Ostseestrand. Das Lokal – sehr zu empfehlen – am Campingplatz ist fast komplett leer, außer mir sitzt nur noch eine weitere Person hier. Ich setzte mich auf die Terrasse mit traumhaftem Blick auf die Ostsee und bestelle eingelegte Bratheringe mit Bratkartoffeln. Nach ausreichender Pause und lecker Essen *michfreuenkonnte* ging es weiter Richtung Süden. Hinter Grömitz bin ich weiter auf dem Steilküsten Wanderweg gefahren, nicht auf  dem OKRW, bis Pelzerhagen. Der Weg ist zwar hin und wieder etwas schmaler, aber dafür kann man  fast die ganze Zeit den herrlichen Blick auf die Ostsee genießen. Der Weg führt durch Wald und Flur, ist darum auch nicht befestigt, aber gut befahrbar. In Neustadt versuche ich ein Quartier zu bekommen. Es ist allerdings schon sehr teuer. Also versuche ich es erst noch einmal in Sierksdorf. Hier erreiche ich niemand mehr. In Scharbeutz kann mir ein freundlicher Herr der Kurverwaltung nicht weiter helfen. Die Vermieter haben der Kurverwaltung verboten Unterkünfte für nur eine Nacht zu vermitteln. Ich müsste also allein telefonieren, so sein Vorschlag! Will ich aber nicht, darum bleibe ich in Neustadt. Hier bekomme ich ein Doppelzimmer in einer Pension mit Frühstück für 55 €! Nicht gerade wenig, dafür wurde ich am Morgen mit Musik geweckt. *g*

Streckenlänge: 117 km, Nettozeit: 6:20h, Bruttozeit: 9:00h, AVS: 18,5 km/h

Morgens war es bedeckt, doch gegen Mittags schien wieder die Sonne.

Neustadt ist ein sehr schöner Ort mit einem riesigen Seglerhafen und einer langen Promenade die von der Brücke im Zentrum bis zum Ostseestrand führt. Natürlich gibt es viele Lokale. Schön und gut ist das Brauerei Restaurant gleich vor der Brücke, wo es guten Fisch und lecker Bier gibt!

Steilküste an der Lübecker Bucht

Steilküste an der Lübecker Bucht

Die dritte Etappe: von Neustadt nach Wismar
Der Start erfolgt um 09:00 Uhr. Diesmal habe ich mich wieder für die Mittagspause beim Schlachter und Bäcker eingedeckt. Zunächst werden die „Nobelbäder“ an der Lübecker Bucht abgefahren, immer direkt auf, oder in der Nähe der Promenaden. Man, ist das alles nobel, *lachenmuss* nur leider können sie den OKRW nicht ordentlich auszeichnen! Aber vielleicht wollen sie das auch gar nicht. Radwanderer passen wohl nicht in ihre Zielgruppe. Traurig traurig, kann ich da nur sagen. Die vorhandenen Schilder müssen mit der Lupe gesucht werden, so klein sind die. Man kann nur hoffen, dass diese  nicht eingewachsen sind, oder irgend jemand etwas davor gestellt hat. Dies ist Antiwerbung für den OKRW und sollte schnellstens verbessert werden. Auch mittendrin sollten Hinweise vorhanden sein. So weiß man u. U. erst nach mehreren Kilometern ob man noch richtig ist, oder nicht! *kopfschüttelnmuss* Da es viel entlang der Promenaden geht, habe ich zwar immer Sicht auf das Wasser, aber ich muss gleichzeitig auf die vielen Fußgänger achten die doch recht zahlreich unterwegs sind.
In Travemünde geht es mit der Fähre zum Priwall. Und dann auch schon bald über die Grenze nach Mecklenburg-Vorpommern. Und hier kann man sich ansehen wie ein Radfernweg ausgeschildert sein sollte. Große Schilder, auch zwischendrin einmal, in richtiger Höhe, mit Kilometerangaben zum nächsten Ort. Das nenne ich vorbildlich!
Der Weg von Travemünde nach Boltenhagen ist landschaftlich sehr schön. Er führt zumeist entlang der Ostseeküste mit Seeblick. Ich denke es sind überwiegend die alten Kontrollwege der NVA aus DDR Zeiten, die jetzt als Radfernweg bis an die polnische Grenze genutzt werden. Diese Teilstrecke ist wassergebunden, aber auch ganz viel geteert. Wie auch immer, es geht sehr viel auf und ab, ganz schön anstrengend! Und sie ist wirklich sehr viel befahren, es war richtig was los. Das mag aber eventuell, oder ganz sicher, auch daran gelegen haben, dass heute ein sonniger, wunderschöner Sonnabend ist! In der Woche, außerhalb der Ferien, ist das wohl anders. Besonders schön und sehenswert ist der kleine Ort Hoben, kurz vor Wismar. Alle Häuser haben hier ein Reetdach. Es sieht aus wie in einem Museumsdorf, was es aber nicht ist!
Um 16:15 Uhr habe ich, Dank der Unterstützung Charlies von zuhause aus per Internet, 😉  mein Quartier gefunden.

Streckenlänge: 97 km, Nettozeit: 5:10h, Bruttozeit: 7:15h, AVS: 18,8km/h

Morgens noch bewölkt, ab späten Vormittag Sonnenschein.

Wismar ist sehenswert. Die imposanten Kirchen bestimmen das Stadtbild und sind von Weiten schon sichtbar. St. Nikolai und St. Georgen sind gewaltige Zeugen der Backsteingotik im Ostseeraum. Von St. Marien steht nur noch der hohe Turm. Die Innenstadt ist sehr schön restauriert, der alte Hafen lädt zum Verweilen ein. Möglichkeiten der „Nahrungsaufnahme“ gibt es ausreichend.

Hafen von Wismar

Hafen von Wismar

Die vierte Etappe: von Wismar nach Wustrow
Auch heute starte ich wieder um 09:00 Uhr. Der Weg ist super ausgeschildert. Er führt häufig weg vom Straßenverkehr, über separate Fahrradwege durch Feld und Flur, teils wassergebunden, teils asphaltiert, teils festgefahrener Waldboden. Alles aber gut zu befahren, wenn es auch den einen oder anderen Schlag gegeben hat. Mit Sonnenbrille sieht man eben nicht jede Wurzel oder Unebenheit im Wald. 😉 Und trotzdem, solch gute Fahrradwege sucht man auf der Schleswig-Holsteinischen Seite zumeist vergebens. Mecklenburg Vorpommern hat hier eindeutig die Nase vorn.

Wieder liegen sehr viele Ostseebäder, wie z. B. Kühlungsborn, Heiligendamm, Warnemünde und Graal-Müritz, an der Strecke. Schöne Orte und tolle Gegenden habe ich wieder gesehen. Mein heutiges Ziel liegt auf Fischland-Darß, zwischen Ostsee und Bodden!

Mit Hilfe von Charlie ist das Quartier in Wustrow schon gebucht. Und es gibt auch eine kleine Überraschung. Diesmal übernachte ich auf einem Hotelschiff. Dies liegt zwar hoch und trocken, aber immer noch ganz dicht am Saaler Bodden und es gibt schöne, helle, große Kabinen! Einst ist dieser alte dänische Frachtensegler, die Stinne,  an der Ostseeküste gestrandet. Später wurde er in den Bodden gezogen, verlandete und dient heute als Hotel- und Restaurantschiff.

Streckenlänge: 112 km, Nettozeit: 5:50h, Bruttozeit: 7:30h, AVS: 19,2 km/h

Das Wetter war sehr schön, die Sonne schien bereits am frühen Morgen.

Wustrow ist ein kleiner Ort und Ostseebad zwischen Saaler Bodden und der Ostsee. Es gibt viele Restaurants und Imbissstuben, so dass man nicht verhungern muss. Ich habe beim Restaurantschiff, direkt am Bodden lecker Fisch gegessen.

Die Stinne, heute ein Hotel

Die Stinne, heute ein Hotel

Die fünfte Etappe: von Wustrow nach Stralsund

Nachts hat es kräftig geregnet. Auch als ich zum Frühstück ging, regnete es noch. Aber als  ich dann los fuhr, war es trocken. So blieb es bis kurz nach der Mittagspause. Gegen 14:00 Uhr fing es wieder an und es kam kräftig Wind auf. In den Böen war das schon stürmischer Wind, echt recht heftig! Und es lagen noch ca. 35 km vor mir. Gut nur, dass ich in die richtige Richtung fuhr. 🙂 So hatte ich die meiste Zeit den Wind von hinten oder von der Seite. Selten musste ich gegen den Wind anfahren. Die Strecke ist wunderschön. Leider konnte ich diese bei dem Regenwetter nicht so richtig genießen. Als es morgens noch trocken war, mussten sehr viele Pfützen vom nächtlichen Regen umfahren werden. Und im Regen selbst möchte man nur so schnell wie möglich ans Ziel kommen. Wieder war das Quartier per Internet von Charlie direkt gebucht worden.

Streckenlänge: 98 km, Nettozeit: 5:10h, Bruttozeit: 7:00h, AVS: 18,9 km/h

Die Altstadt von Stralsund wurde zusammen mit der Altstadt Wismars als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO eingetragen. Hier stehen mit St. Jacobi, dem Rathaus  und der Nikolaikirche weitere Zeugen der mittelalterlichen Backsteingotik. Auch gibt es hier eine gut erhaltene Stadtmauer mit zwei intakten Stadttoren. Die Sanierung im Allgemeinen ist gut vorangekommen, aber noch längst nicht abgeschlossen. Hierfür sind wohl noch sehr viele Jahre nötig um den Sanierungsstau aus der DDR Zeit abzubauen. Ein Aufenthalt und eine Besichtigung von Stralsund sind jedoch zu empfehlen.

Backsteingotik in Stralsund, das Rathaus

Backsteingotik in Stralsund, das Rathaus

Die sechste Etappe: von Stralsund nach Heringsdorf
Dies ist die letzte Etappe auf dem OKRW zum Erreichen meines ersten Zieles! Es ist auch gleichzeitig die längste Etappe.  In Bezug auf den Belag des Radweges liegt eine abwechslungsreiche Strecke vor mir. Kurz hinter Stralsund, von Andershof bis nach Mesekenhagen, fährt man erst mal auf einer denkmalgeschützten Kopfsteinstraße neben der Hauptstraße. Diese ist ca. 14 km lang. Gott sei Dank, es ist ein kleines Kopfsteinpflaster, das kann man noch einigermaßen befahren. Die Strecke an sich ist sehr schön, denn sie führt größtenteils durch eine alte Allee. Danach gab es noch Waldwege, Plattenwege usw., also die ganze Palette an Möglichkeiten. Hinter dem Seebad Lubmin fährt man direkt neben dem stillgelegten Kernkraftwerk daher. Heute entwickelt sich dort ein Industriepark. In Freest habe ich Mittagspause gemacht. Hier habe ich auch die Chance verpasst mit der Fähre nach Peenemünde überzusetzen. So hätte ich sicher einige Kilometer Radweg eingespart. Die Fähre verkehrt übrigens in der Saison immer um 20 Minuten nach, im stündlichen Rhythmus. So fahre ich dann, wie geplant, über Wolgast auf die Insel Usedom. Auch hier geht es wieder fast ausschließlich entlang der Küste, auf den Promenaden oder auf den Deichwegen. Man kommt durch jedes Seebad an der Ostseeküste. Es gibt aber auch ganz extreme Steigungen kurz vor Bansin. 16% Gefälle und Steigungen werden angezeigt. So kurz vor dem Ziel, nach ca. 120km Wegstrecke, schlauchen die ganz schön. Ich habe aber alle geschafft, musste nicht absteigen oder aus dem Sattel gehen. Die Zunge hing aber jedes Mal aus dem Hals, wenn ich oben war. Nach neun Stunden erreiche ich Heringsdorf, eins der drei so genannten „Kaiserbäder“ die alle ineinander übergehen. In Heringsdorf werde ich übernachten.
Das eigentliche Ziel ist ja die polnische Grenze. Also bin ich noch einmal losgefahren, diesmal ohne Gepäck. Bis zur Grenze sind es auch nur noch knapp 8 km. Den Grenzübergang an sich habe ich fast gar nicht bemerkt. Erst als die Menschen auf dem Parkplatz polnisch sprachen, war mir klar dass ich bereits in Polen bin. Dann fand ich noch einen Stadtplan von Swinemünde! Es war schon ein schönes Gefühl das angepeilte Ziel auch wirklich erreicht zu haben, und das in nur sechs Einzeletappen. *michganzdollfreuenmusste*

Streckenlänge: bis Heringsdorf 135km, zur Grenze und zurück 16km

Nettozeit: 8:10h, Bruttozeit: 10:30h, AVS: 18,45km/h

Das Wetter war wieder super, nicht zu warm, viel Sonne, aber auch Wolken, wenig Wind und kein Regen. Radfahrerherz was willst du mehr?

Über die „Kaiserbäder“ ließe sich bestimmt viel sagen, aber irgendwie sind sie alle gleich mit den alten Villen und großen Hotels an den Promenaden auf den viel zu vielen  Menschen, die den Radfahrern das Leben schwer machen. Und so richtig weiß man gar nicht, ob man noch in Bansin ist oder doch schon in Heringsdorf.

Zugang zur Seebrücke in Ahlbeck

Zugang zur Seebrücke in Ahlbeck

Die Zusammenfassung:

Die erste Etappe:  von Kappeln nach Hohenfeld                    110km
Die zweite Etappe: von Hohenfelde nach Neustadt                117km
Die dritte Etappe: von Neustadt nach Wismar                       97km
Die vierte Etappe: von Wismar nach Wustrow                      112km
Die fünfte Etappe: von Wustrow nach Stralsund                   98km
Die sechste Etappe: von Stralsund nach Swinemünde           143km

Streckenlänge    gesamt:                                    677km

Gesamtfahrzeit:                                                36:10h

AVS:                                                             18,7km/h

Das Resümee:

Es ist eine lohnenswerte Radreise. In Schleswig-Holstein fährt man größtenteils auf Straßen begleitende Radwege und auf wenig befahrenen Straßen. Es gibt auch einige Wege die direkt durch Wald und Flur führen. An der Lübecker Bucht fährt man auch entlang der Promenaden. Der Weg ist m. E. nicht so gut ausgeschildert, leider! Die Schilder sind teilweise sehr klein, so dass man sie schnell übersieht, oder sie sind nicht mehr lesbar. Der Zahn der Zeit hat doch mächtig an diesen genagt! In den Bädern vor Lübeck findet man diese häufig überhaupt nicht, obwohl diese sich doch am ehesten eine ordentliche Ausschilderung leisten könnten. Ich habe den Eindruck, dass diese Orte es gar nicht wollen. Radfahrer will man nicht haben. Das wurde auch dadurch deutlich, dass man nur vereinzelt bereit war ein Quartier für eine Nacht zur Verfügung zu stellen. In Mecklenburg-Vorpommern ist alles sehr viel besser! Die Ausschilderung ist vorbildlich. Die Schilder sind ausreichend groß, und in der richtigen Höhe angebracht. Auch bei den Wegen hat Meck-Pom die Nase vorn! Hier profitieren sie aber wohl davon, dass die ehemaligen Kontrollwege der NVA noch vorhanden waren und es sehr einfach war, diese als Ragwege umzufunktionieren. Sie sind durchweg in einen sehr guten Zustand. Die wenigen Ausnahmen sind in den einzelnen Etappen näher beschrieben.
Das Wetter war sehr schön, ideales Radlerwetter! Allein am 5. Tag hat es ab ca. 14:00 Uhr geregnet. Als ich dann in Stralsund ankam, war es wieder trocken. Auch eine Belästigung durch den Wind war kaum festzustellen. Ich hatte überwiegend Rücken- oder Seitenwind. Von vorne kam er Gott sei Dank nur ganz selten. Welche Beeinträchtigung der Gegenwind sein kann, konnte ich bei den Radlern erkennen die mir entgegen kamen. Es war eben doch die richtige Entscheidung von Kappeln aus zu starten und dann von Ahlbeck mit der Bahn zurück zu fahren. Die Strecke umgekehrt wäre ungleich schwerer gewesen.
Die Hauptwindrichtung im Norden Deutschlands ist West bis Südwest, das sollte man bei einer Tourplanung berücksichtigen. Nur eine Sicherheit dass der Wind dann immer aus Westen kommt, und so unterstützend auf den Rücken weht, die gibt es selbstverständlich nicht. Und bei schönem warmem Wetter haben wir Ostenwind. Aber diesmal war es zu meiner großen Freude wieder einmal anders. Glück gehabt!

Ich bin am Ziel

Ich bin am Ziel